GASTKURATIONEN VON ZERO FOLD
INSTITUTIONELLE KOOPERATIONEN
Vorschau Jahresbeginn 2027: UPDATE COLOGNE
kuratiert von Birgit Laskowski im Auftrag des Kulturwerks des BBK Köln e.V.
Mit großer Vorfreude und auch ein wenig Stolz blicken wir ins kommende Jahr 2027, in dem bei Update Cologne ein kleines Jubiläum ansteht: Nach zahlreichen erfolgreichen Durchläufen wird die Ausstellungsreihe in den Räumen der Michael Horbach Stiftung in ihrer 10. Ausgabe stattfinden!

Copyright & Foto: Stefanie Popp, Buzz Masters, 2025, Öl auf Leinwand, 46 x 40 cm

Copyright & Foto: Andreas-Keil und VG Bild-Kunst, Experience of delight, 2026 Öl auf Holz und MDF, diverse Formate
Jurystatement:
Die diesjährige Jury hat für die Ausgabe #10 von Update Cologne im Jahr 2027 Stefanie Popp und Andreas Keil ausgewählt. Eine Ausstellung, zwei parallele Präsentationen und zwei malerische Positionen, die unterschiedlicher kaum sein könnten und sich gerade deshalb auf besondere Weise ergänzen. Beide entstammen derselben Generation und zeigen eindrucksvoll, wie vielfältig zeitgenössische Malerei heute sein kann.
Stefanie Popp entwickelt eine figurativ-symbolische Bildsprache, in der weibliche Figuren und Tiermotive zu vertraut wirkenden und zugleich rätselhaften Hybridwesen verschmelzen. Ihre oft symmetrisch angelegte Malerei bildet einen geordneten Rahmen für eine träumerische Bilderwelt, bevölkert von starken weiblichen Charakteren – Hybridwesen aus Frau und Tier. Popp verbindet popkulturelle Elemente mit mythologischen, religiösen und mystischen Bezügen und schafft so eine Bildwelt, die jahrhundertealte Ikonografie mit gegenwärtiger visueller Kultur verschränkt. Daraus resultiert eine Typologie zeitgenössischer Protagonistinnen, die auch in den plastischen Werken der Künstlerin erscheinen: Figuren, die sich einer eindeutigen Lesart ebenso entziehen wie dem männlichen Blick. Statt Objekt der Betrachtung zu sein, treten sie als selbstbewusste, aktive Subjekte und mächtige Frauen auf. Gerade aus feministischer Perspektive entfaltet sich hier ein ebenso spielerischer wie souveräner Umgang mit dem weiblichen Körperbild.
Andreas Keil verfolgt demgegenüber eine konsequent gegenstandsfreie Malerei. Seine meist kleinformatigen Arbeiten entstehen auf gefundenen hölzernen Objekten aus dem Kölner Stadtraum und verleihen der Malerei eine skulpturale Dimension. Durch vielschichtige Farbaufträge entwickeln sich reliefartige Bildobjekte, die in einen unmittelbaren Dialog mit dem Raum und der Lichtsituation treten. Keils Werke sind radikal selbstreferenziell: Farbe, Bildträger, Oberfläche und Material werden selbst zum Gegenstand der künstlerischen Untersuchung. In ihrer konzentrierten Reduktion eröffnen sie einen Raum der Wahrnehmung, in dem das Sehen selbst zum Thema wird.
Der figurativ-symbolische Bildkosmos Stefanie Popps und die skulptural-reduzierte Farbforschung Andreas Keils markieren zwei sehr unterschiedliche künstlerische Haltungen. In dieser Differenz liegt eine ihnen gemeinsame Stärke: Beide Positionen fordern auf interessante und eigenständige Weise dazu auf, in einer kontemplativen Betrachtung genauer hinzusehen, Ambivalenzen auszuhalten und den Blick auf unsere von Unsicherheit und gesellschaftlichem Wandel geprägte Gegenwart zu schärfen.
Astrid Bardenheuer (Leiterin artothek), Valeria Fahrenkrog (Künstlerin), Amelie Gappa (Kunsthistorikerin, Kuratorin und Kulturmarketing), Fabian Hochscheid (Künstler / Vorsitzender Kulturwerk des BBK), Mischa Kuball (Konzeptkünstler), Birgit Laskowski (Kunstvermittlerin, Kunstmanagerin und Kuratorin), Melanie Weidemüller (Kulturjournalistin) und Nadine Müseler (Referentin für Bildende Kunst, Literatur und Neue Medien im Kulturamt der Stadt Köln) .
Vernissage: Sonntag, 10. Januar 2027, 11 bis 14 Uhr, Einführung 12 Uhr
Laufzeit: 10. Januar bis 21. Februar 2027
Artist Talk: Sonntag, 31. Januar 2027, 12 Uhr
Finissage mit Präsentation der Ausstellungs-Publikation:
Sonntag, 21. Februar 2027, 11 bis 14 Uhr
Über die Karnevalstage (04.–10. Februar 2027) bleibt die Ausstellung geschlossen.
Download Pressemitteilung der Stadt Köln
Rückblick Sommersemester 2026:
Lehrveranstaltung am Kunsthistorischen Institut der Universität zu Köln, Abteilung Architekturgeschichte
VON HIER (R)AUS!
Die Lehrveranstaltung widmet sich der Rolle von Kunst im öffentlichen Raum im Kontext einer zunehmend diversen Stadtgesellschaft und leerstehender Innenstädte. Leitfragen sind: Wem gehört der öffentliche Raum? Welchen Beitrag kann Kunst zu gesellschaftlichen Aushandlungsprozessen leisten? Wie kann sie Orte der Begegnung – sogenannte „dritte Orte“ schaffen? Neben der Lektüre und Diskussion einschlägiger Texte ermöglichen Exkursionen und Gespräche mit Künstlerinnen, Kuratorinnen und Vertreterinnen der städtischen Kulturverwaltung praxisnahe Einblicke in aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen.

Iskendel Yediler, Kopf des Heiligen Gereon, 2005 © VG Bild-Kunst, Foto Burkhard Mönnich

Wolf Vostell, Ruhender Verkehr, 1969
© VG Bild-Kunst, Foto Burkhard Mönnich
